Bei der Sitzung des Bau- und Grundstücksausschusses am 17. August drehte sich zunächst alles um das neue Sozialkonzept für die Einweisungsgebiete für Obdachlose in der Bayreuther und in der Kropsburgstraße.

Das neue Sozialkonzept sieht vor, dass die Stadt mit Partnern, wie der GAG und der Caritas diese Menschen begleitet, psychosozial betreut und durch ein Dezentralisierungskonzept versucht, dass sie wieder zu einer eigenen Wohnung kommen. Dazu mietet die Stadt bei der GAG dezentral im gesamten Stadtgebiet Wohnungen an, die sie den bisherigen Bewohnern der Einweisungsgebiete untervermietet. So entsteht quasi ein Betreutes Wohnen. Die Bewohner sollen dann Stück für Stück fit gemacht werden für ein eigenständiges Leben.

Die bisherigen weißen Blöcke in der Bayreuther Straße werden schrittweise saniert und dabei energetisch aufwändig modernisiert. Die so genannten roten Blöcke werden werden abgerissen. Dafür entstehen moderne 1-Zimmer-Appartements. In der Kropsburgstraße soll es sozialen Wohnungsbau geben. Dieses Einweisungsgebiet wird aufgegeben.

Insgesamt ist das Konzept ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung. Uns ist allerdings der Beginn der Baumaßnahmen im Jahr 2024 entschieden zu spät. Das muss schneller gehen, denn den Menschen muss jetzt geholfen werden. Begrüßenswert ist auch die Anregung aus dem Stadtrat, bei einer Neukonzeption der Einweisungsgebiete neue Straßennamen zu verleihen, da die bisherigen Namen für die Bewohner stigmatisierend sind.

Weiter heiß diskutiertes Thema im Ausschuss war das neue Wohngebiet auf dem bisherigen Gelände der Pfalzwerke in der südlichen Innenstadt. Die Verwaltung hat einige Einwände der Anwohner aufgenommen. So wurde etwa die Zahl der Parkplätze von ursprünglich 278 auf 406 erhöht. Die Architektur wurde leicht verändert und abgespeckt, zudem entfiel ein baulicher Querriegel. Zum Schutz der Platanen werden nun Vorgärten angelegt. Besonders unterstützenswert ist, dass der denkmalgeschützte Altbau der Pfalzwerke erhalten bleibt. Insgesamt ist uns allerdings der Entwurf immer noch zu überdimensioniert für das beschauliche Viertel rings um den Bayernplatz.

Auch in Sachen öffentlicher Nahverkehr tut sich was in Ludwigshafen. Die Straßenbahn erhält eine direkte Zufahrt von der Konrad-Adenauer-Brücke in die Bleichstraße und eine neue Haltestelle am S-Bahnhof Ludwigshafen-Mitte. Damit soll die Kaiser-Wilhelm-Straße entlastet werden. Bereits jetzt zeigt sich, dass die Kaiser-Wilhelm-Straße mit dem vielen Verkehr von Straßenbahnen infolge der Sperrung und des Abrisses der Hochstraße Süd heillos überlastet ist, weil der Berliner Platz nicht angefahren werden kann.