Nachdem unsere Fraktion im Bau- und Grundstücksausschuss nach einem aktuellen Nutzungskonzept der Benckiser-Villa gefragt hatte, trafen wir uns mit den Verantwortlichen aus dem Bereich Bauverwaltung vor Ort.

Die Benckiser-Villa an der Ludwig-Bertram-Straße war der Verwaltungsstammsitz des Chemieunternehmens Beckiser bis vor wenigen Jahren. Bekannte Produkte des Unternehmens sind unter anderem der Wasserenthärter Calgon oder das Zahnersatz-Pflegemittel Kukident.

Eigentlich besteht die Villa aus zwei Gebäudeteilen, der Villa Reimann, die 1920 erbaut und in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts umfangreich erweitert wurde. Die imposante Villa ist von der Heinigstraße aus gut zu sehen. In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts kam dann die eigentliche Benckiser-Villa, ein moderner Büroanbau hinter der Villa Reimann hinzu.

Nachdem die Firma 2016 beschlossen hatte, den Verwaltungssitz aufzugeben, hat man die Gebäude an die Stadt Ludwigshafen zu einem symbolischen Preis mehr oder weniger verschenkt. Die damals angedachten Nutzungskonzepte haben sich seither allesamt zerschlagen.

Bei unserem Rundgang konnten wir sehen, dass hier nur eine komplette Kernsanierung mit den heutigen Ansprüchen an den Brandschutz oder an ergonomisch ausgestattete Büroräume erfüllt. Allenfalls die jüngere Benckiser-Villa könnte in einem überschaubaren Zeitraum umgebaut werden. Dann ergibt sich aber die Frage, welche Nutzung in diesem Gebäude möglich wäre.

Zu denken wäre an temporäre Nutzungen, zum Beispiel für die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich um den kommende Volkszählung in Ludwigshafen betreuen. Der nächste Zensus wurde auf das Jahr 2022 aufgrund der Corona-Pandemie verschoben. Die zur Volkszählung erforderliche Arbeitsgruppe könnte temporär dort untergebracht werden. Wir bleiben am Thema dran.